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Interview mit dem Vorsitzenden des Bundesverbandes

Herr König äußert sich zum Nationalteam der Stuckateure

1. In der Presse liest man immer häufiger vom deutschen Nationalteam der Stuckateure.Warum brauchen die Stuckateure eine Nationalmannschaft?

Leider ist der Beruf Stuckateur/in vielen Menschen kein Begriff. Dabei bieten wir Stuckateure eines der vielseitigsten Berufsbilder in der Baubranche überhaupt. Um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bedarf es von unserer Seite verstärkter Anstrengungen. Daher wollen wir die Jahrgangsbesten aus ganz Deutschland im Nationalteam zusammenfassen und diese Vorzeigehandwerker zu Botschaftern unseres Berufes zu machen.

2. Welche Chancen bietet Ihrer Meinung nach das Nationalteam für die Zukunft des Stuckateur-Handwerks?

Durch zahlreiche öffentliche Auftritte sorgen die Mitglieder des Nationalteams für eine steigende Bekanntheit sowie ein positives Image bei Schülern, die vor der Qual der Berufswahl stehen und werben bei diesen für offene Lehrstellen. Sie stehen aber auch als Botschafter für die Vielseitigkeit unseres Gewerks bei der gesamten Bevölkerung und somit bei potenziellen Bauherren.

Gleichzeitig ist das Nationalteam eine große Chance für junge Stuckateure, um noch besser zu werden und sich intensiv auf internationale Wettbewerbe vorzubereiten. Durch beste Leistungen können Sie zudem die Branche aufrütteln, um weiter die Branchenqualität zu verbessern.

3. Entscheiden nur fachliches Können und handwerkliches Geschick über die Aufnahme in das Nationalteam oder welche Eigenschaften sollte der Bewerber noch mitbringen?

In erster Linie ist Leidenschaft für den Beruf gefragt. Die Mitglieder können sich einerseits über den Bundesleistungswettbewerb, in dem die jeweiligen Landesbesten gegeneinander antreten und andererseits über regionale Contests für das Nationalteam der Stuckateure qualifizieren. In diesen Contests kommt es ausschließlich auf das fachliche Können an, so dass es auch schulisch Schwächere, aber handwerklich sehr Begabte schaffen können.

4. Seit Mitte Januar stehen die zehn neuen Mitglieder des Nationalteams der Stuckateure fest. Was erwartet die einzelnen Teammitglieder in den bevorstehenden Wochen und Monaten?

Wir verstehen das Nationalteam in erster Linie als ein Instrument der Elitenförderung. So dürfen die „Nationalspieler“ zahlreiche Seminare, Workshops sowie ein Teambildungsseminar absolvieren, in denen neben umfangreichem Fachwissen auch sogenannte Soft Skills vermittelt werden. Weiterhin stehen Messeteilnahmen und etwa der öffentliche Qualifizierungswettkampf auf dem Mannheimer Maimarkt für die im Herbst stattfindenden EuroSkills auf dem Programm.

5. Welt- und Europameisterschaften sind die Highlights im Kalender eines jeden Sportlers. Inwiefern haben auch junge Handwerker/-innen die Chance, sich auf dem internationalen Parkett zu beweisen?

Auch die Besten aus unserem Nationalteam haben die Chance, sich internationalem Wettbewerb zu stellen. Es gibt berufliche Europa- und Weltmeisterschaften, die sogenannten Skills. Im Herbst 2014 werden zwei Teilnehmer an den EuroSkills im französischen Lille teilnehmen und nächstes Jahr erwartet den Teambesten die WorldSkills im brasilianischen Sao Paolo.

6. Was war der bislang größte Erfolg, den ein Mitglied des Deutschen Nationalteams verzeichnen konnte?

Wir sind sehr stolz, dass unser Nationalteammitglied Andreas Schenk  unter einem schier unglaublichen persönlichen  Einsatz im Sommer vergangenen Jahres im eigenen Land bei den WorldSkills in Leipzig eine Goldmedaille erkämpfen konnte und damit Weltmeister der Stuckateure ist.

7. Trotz der Konkurrenzsituation muss die Chemie in einem zehnköpfigen Team stimmen. Wie schaffen Sie es, den Einzelnen zu fördern und dennoch die Gruppendynamik zu wahren?

Dazu trägt sicher die von unseren Coaches entwickelte individuelle Förderung des Einzelnen bei. Wie eingangs erwähnt versuchen wir mit Teamseminaren das Wir-Gefühl zu entwickeln und eine hoch motivierte Truppe  aufzubauen, so dass das Team letztendlich selbst – zum einen durch die individuelle Leistung und zum anderen durch die Sicherheit und den Rückhalt des ganzen Teams zu einer Spitzenleistung findet und aus sich heraus die Beste oder den Besten mit festlegen kann.

8. Die SCHWENK Putztechnik ist exklusiver Sponsor des Nationalteams der Stuckateure. Worauf ist diese Partnerschaft zurück zu führen?

Die Partnerschaft mit der Schwenk Putztechnik ist auf meinen Vorgänger im Amt des Vorsitzenden beim Bundesverband Ausbau und Fassade, Herrn Jürgen Hilger zurückzuführen. Er hat Schwenk- Geschäftsführer Peter Sarantis kontaktiert und ihm das Projekt Nationalteam der Stuckateure präsentiert. Mit einer guten Vorbereitung und Ausarbeitung der Rahmenbedingungen durch das Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade konnte die Basis für eine gute Zusammenarbeit gelegt werden und so sind sich die Beteiligten schnell einig geworden, dass die Schwenk Putztechnik der Wunschpartner für die Förderung des Nationalteams ist.

9. Nach dem Nationalteam für die Stuckateure hat nun auch das Malergewerk eine Nationalmannschaft gegründet. Sehen Sie dies als Konkurrenz oder Bestätigung Ihrer eigenen Aktivitäten?

Von einem Konkurrenzdenken kann nicht gesprochen werden. Wir unterhalten sehr gute und einvernehmliche Kontakte zu unseren Kollegen vom Malerhandwerk. Insofern sind wir vielleicht sogar ein wenig stolz, dass wir mit unserem Nationalteam eine Vorbildfunktion einnehmen und mit diesen Maßnahmen zur Image- und Öffentlichkeitsarbeit den richtigen Weg eingeschlagen haben.

10. Haben Sie zum Abschluss noch einen ganz persönlichen Wunsch an das Nationalteam oder den Sponsor?

Bezogen auf das Nationalteam der Stuckateure hoffe ich auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Branchenimages. Das i-Tüpfelchen sind natürlich die kommenden nationalen und internationalen Wettbewerbe, bei denen unsere Teilnehmer Zeugnis von ihrer Leistungskraft ablegen. Und in der Beziehung mit der Schwenk Putztechnik wünsche ich mir eine lange und weiterhin so einvernehmliche, von gegenseitigem Vertrauen geprägte Partnerschaft wie bereits heute.