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Baulexikon

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Zement

Zement ist ein anorganischer, nichtmetallischer, feingemahlener Stoff, der nach dem Anrühren mit Wasser infolge chemischer Reaktionen mit dem Anmachwasser selbständig erstarrt und erhärtet und nach dem Erhärten auch unter Wasser fest und raumbeständig bleibt. Chemisch betrachtet ist Zement hauptsächlich kieselsaures Calcium mit Anteilen an Aluminium und Eisen, das als kompliziertes Stoffgemisch vorliegt. Im Allgemeinen enthält er auch Anteile an Sulfaten.
Herstellung: Zement wird heute in modernen Zementwerken in einem kontinuierlichen Prozess aus überwiegend natürlichen Rohstoffen im Trockenverfahren hergestellt. Die Rohstoffe (i. d. R. Kalkstein, Ton, Sand) werden in Steinbrüchen abgebaut, vorzerkleinert und ins Zementwerk befördert. In einer Rohmühle werden alle Rohmaterialien zusammen vermahlen und gleichzeitig getrocknet. Das entstehende Rohmehl wird dann in einem Drehrohrofen bei Temperaturen von ca. 1450 °C zu sogenanntem Klinker gebrannt, welcher dann in einem Kühler auf eine Temperatur von unter 200 °C heruntergekühlt wird. Die entstehenden graubraunen Granulate werden anschließend in einer Kugelmühle zusammen mit Gips oder Anhydrit zum fertigen Produkt, dem Zement, vermahlen.

Zementestrich

Estrich ist der nach DIN EN 13 813 als „CT“ (von Cementitous Screed) bezeichnete Zementestrich. Unter dieser Bezeichnung ist auch das klassische Dickbett anzusehen, das auch genauso wie ein CT zu bemessen ist. Der CT ist, auch wenn er eingefärbt ist, leicht zu erkennen an seiner Reaktion mit Säuren, wie z. B. Zementschleierentferner. Der Vorteil des CT ist die Beständigkeit gegenüber Wasser nach der Aushärtung. Nachteilig ist sein Verhalten auf Dämmung oder Trennlage. Wegen Schrumpfungsvorgängen ist die Feldgröße i. d. R. auf 36 m² zu begrenzen da sich in der Konstruktion sonst unkontrolliert Risse bilden. CT ist feuchtebeständig, kann aber wie jedes zementäre System im nassen Zustand seine Festigkeit verringern.

Zementmörtel

Zementmörtel sind sehr hart, spröde und nehmen nur wenig Feuchtigkeit auf. Sie eignen sich vor allem für Putze an erdberührenden Mauern und im Sockelbereich. Da sie jedoch auch wenig Feuchtigkeit entweichen lassen, sollte man sie auf keinen Fall dort einsetzen, wo eine Austrocknung von Mauerwerk erwünscht ist. Dort sollte man Sanierputze verwenden.

Zementputz

Der Putz entsteht aus dem Bindemittel Zement und dem Zuschlag Sand. Aufgrund seiner wasserabweisenden Eigenschaften wird er als Außen- und Sockelputz eingesetzt. Für Innenputze ist er nicht geeignet, da er sehr hart und wenig sorptionsfähig (ausgleichende Wirkung auf die Raumfeuchte) ist. Hinzu kommt, dass seine Oberfläche als kalt empfunden wird (Raumklima).

Zementschleier

Zementschleier findet man oft beim Neubau und beim Verfugen oder ausbessern von altem Mauerwerk. Aber auch bei frisch verlegten Fliesen bleibt nach dem Abwaschen ein leichter Grauschleier zurück. Abhilfe bringt ein Zementschleierentferner.

Zementschleierentferner

Hierunter versteht man säurehaltige Produkte, die Zementschleier entfernen. Allerdings ist die enthaltene Säure nicht für jeden Stein geeignet. Bei falscher Anwendung können unter anderem Rostflecken und Entfärbungen entstehen. Daher sollte man vorher genau prüfen, welche Säure der zu behandelnde Stein verträgt.

Zuschlag

Stoffe, die zusammen mit Bindemitteln und Wasser zu Beton und Mörtel verarbeitet werden. Es wird zwischen Zuschlägen aus natürlichem Stein und künstlichen Produkten differenziert. Als natürlicher Zuschlag zählt beispielsweise Kies, Sand, Naturbims, Schotter oder Splitt. Künstliche Zuschläge sind zum Beispiel: Hüttensand, Hochofenschlacke, Hüttenbims, Sinterbims oder Ziegelsplitt.

Zwischendämmung

Siehe zweischaliges Mauerwerk. Hierbei handelt es sich um ein Mauerwerk mit zwei separaten Mauerschalen. Es wird dabei zwischen den beiden Schalen ein gewisser Freiraum gelassen, um diesen als Luft-Dämmung zu nutzen. Zwischen den beiden Schalen kann jedoch auch zusätzliche Dämmung eingebracht werden. Hierbei sollte die Kerndämmung jedoch nicht Dicker als 15 cm sein. Mineralfaserplatten, Dämmschüttungen oder Hartschaumplatten werden als Dämmmaterial eingesetzt. Schüttungen bestehen aus wasserabweisenden Leichtzuschlag wie vulkanischem Gestein. Die beiden Mauerschalen sollten mit Drahtankern verbunden werden. Im Falle einer zweischaligen Außenwand mit Luft- und Dämmschicht ist darauf zu achten, dass beide Schalen miteinander verankert sind. Die Luftschicht sorgt dafür, dass entstehendes Tauwasser vor der Dämmung abgeführt wird und nicht in diese eindringen kann. Die Feuchtigkeit muss durch entsprechende Öffnungen entweichen. Diese Öffnungen befinden sich am oberen und unteren Ende der äußeren Schale.

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