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Beurteilung des Untergrundes

Die Schadensfälle bei alten Gebäuden sind sehr vielfältig und unterschiedlich. Jeder Schadensfall ist individuell und erfordert einen eigenen Sanierungsansatz. Deshalb muss der Schaden im Vorfeld einer Sanierung genau analysiert werden. Wir zeigen die wesentlichen Schadensfälle bei Putzfassaden auf und bieten Empfehlungen für die Sanierung. Hierbei handelt es sich jedoch um Lösungsansätze, die nicht auf jeden Anwendungsfall übertragbar sind. Vom Untergrund über die unterschiedlichen Putzarten bis hin zu den Sanierungssystemen und den einzelnen Produkten werden die Zusammenhänge aufgezeigt und Schritt für Schritt der Weg zur neuen Fassade verdeutlicht.

1. Putzfestigkeit

Die Putzfestigkeit wird durch Anritzen mit einem Meißel oder scharfen Messer eingeschätzt. Evtl. auf der Oberfläche vorhandene organische Beschichtungen müssen vor dem „Ritztest“ entfernt werden. Die Festigkeitsprüfung des Putzes sollte grundsätzlich an einer trockenen und einer feuchten Stelle durchgeführt werden. Bei mehrlagigen Putzen empfiehlt sich das Heraustrennen einer Putzprobe mit allen Schichten aus der Putzfläche und das Bürsten mit einer Messingbürste o.Ä. über die Schnittfläche der Putzlagen. Festigkeitsgefälle können so über den unterschiedlichen Abtrag der Putzlagen ermittelt werden.

2. Wasseraufnahme

Vor Untersuchung der Saugfähigkeit des Untergrundes müssen evtl. vorhandene Beschichtungen entfernt werden. Anschließend wird der Untergrund befeuchtet.Dabei kommt es auf die Eindringzeit sowie das gleichmäßige Eindringen des Wassers an. Wird das Wasser sofort eingesogen, ist der Untergrund stark saugend. Langsames Aufsaugen weist auf einen weniger saugfähigen Untergrund hin. Läuft das Wasser auf der Putzoberfläche ab, hat der Putz eine geringe Saugfähigkeit oder ist hydrophobiert.

3. Hohlstellen

Durch Abklopfen einer Oberfläche mit einem Hammerstiel o.Ä. können Hohlstellen akustisch lokalisiert werden.

4. Haftung zwischen den Schichten

Zur Beurteilung der Haftung zwischen den Schichten und der Haftung auf dem Untergrund wird mittels scharfem Messer, Trennscheibe oder Kernbohrgerät eine Putzprobe mit Untergrund aus der Putzfläche herausgeschnitten. Bringt die augenscheinliche Kontrolle kein eindeutiges Ergebnis, sollten Haftzugwerte im Labor ermittelt werden. Abhängig vom Ergebnis muss die Entscheidung fallen, ob der Putz überarbeitet werden kann oder erneuert werden muss.

5. Abreißfestigkeit

Mit diesem Verfahren wird die Haftzugfestigkeit der Oberfläche qualitativ bewertet. Auf eine Probefläche wird mittels Zahnkamm (5x5x5 mm) der Spachtelund Klebemörtel SKS aufgetragen und das Gewebe GWS eingebettet. Dabei muss das Gewebe mind. 40 cm nach unten herausragen. Anschließend wird eine weitere Lage SKS aufgetragen und zugezogen. Nach Erhärtung wird das Gewebe von unten nach oben herausgerissen. Löst sich der Altputz ab, ist keine Überarbeitung möglich. Trennen sich die beiden Schichten des SKS, kann der Altputz überarbeitet werden.

6. Bestimmung der Beschichtung

Eine einfache Untersuchung zur Bestimmung der Beschichtung ist eine Flammprobe oder ein Lösemitteltest. Durch unterschiedliche Rauchentwicklung oder Gerüche können die verschiedenen Beschichtungen nach organischen oder nichtorganischen Bestandteilen eingeordnet werden.

7. Haftung der Beschichtung

Zur Beurteilung der Haftung von Beschichtungen auf dem Untergrund hat sich der Gitterschnitt als sehr zuverlässig erwiesen. Kreidet eine Beschichtung (Test durch Abreiben mit der Handfläche), muss diese mit dem Hochdruckreiniger entfernt werden.