Suche

Holzbausysteme

Holzbausysteme

Holz und seine Möglichkeiten

Der Anteil von Holzgebäuden am Gesamtvolumen ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Das gilt sowohl für Ein- oder Zweifamilienhäuser als auch für mehrgeschossige Gebäude. Der Baustoff Holz erfüllt alle Ansprüche an modernes Bauen und Wohnen: Er ist nachhaltig, recycelbar, besonders stabil und ökonomisch zugleich. Holz kommt in zwei Varianten zum Einsatz.

Einerseits bildet es als Bauelement die tragende Konstruktion von Gebäuden. Wände sind hierbei entweder in Ständer- oder Massivholzbauweise ausgeführt. Der hohe Hohlraumanteil verleiht dem Baustoff ein geringes Eigengewicht, was Transport und Handling wesentlich erleichtert. Holz verfügt gegenüber Stahl über ein deutlich günstigeres Verhältnis von Gewicht und Tragfähigkeit. Es ist beinahe so druckfest wie Beton, aber wesentlich zugfester. Es gibt wenig Materialien, die bei so geringem Gewicht eine solch hohe Stabilität haben.

Andererseits wird Holz weiterverarbeitet und kommt in Form von Holzfasern als Dämmstoff zum Einsatz. Seinem hohen Hohlraumanteil verdankt es auch ausgezeichnete Wärmedämmeigenschaften. Die positiven mechanischen Eigenschaften (hohe Flexibilität, Leichtigkeit und Stabilität) ermöglichen auch die Kombination mit mineralischen Baustoffen zu Wärmedämm- Verbundsystemen. Bei geschicktem Einsatz ist eine deutliche Reduktion des Heizenergiebedarfs möglich.

Im Holzbau werden vor allem im Werk vorgefertigte Bauteile eingesetzt, was einen hohen Qualitätsstandard sichert. Darüber hinaus entstehen bei der Verarbeitung keine Wartezeiten wegen Trocknung. Die Holzbauweise bietet kürzere Bauzeiten und damit kürzere Phasen der Lärmbelastung. Angesichts der wachsenden Herausforderungen an nachhaltiges Bauen wird die Bedeutung von Holz in Zukunft weiter zunehmen.

Besonderheiten

Besonderheiten beim Holzbau

Besonderheiten beim Holzbau im Außenbereich

Ursache und Wirkung

Die Gebäudehülle im Holzbau besteht aus einer Holzbaukonstruktion, entweder in Massivholz- oder Ständerbauweise. In 70% der Fälle folgt dann ein verputztes Wärmedämm-Verbundsystem, das sich wiederum aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Der konkrete Aufbau richtet sich u.a. nach den Einflüssen und Anforderungen sowie der Beanspruchung, der ein Gebäude ausgesetzt ist. Die Grafik gibt einen Überblick über die vielfältigen Einflussfaktoren.

Brandschutz
Holzfaser-Dämmplatten gehören der Baustoffklasse B2 (normalentflammbar) an und dürfen damit an Gebäuden der Klasse 1, 2 oder 3 verbaut werden. Sie zeichnen sich durch ein besonders sicheres Brandverhalten aus: Im Brandfall bilden sie eine wärmedämmende Verkohlungsschicht, die die Brandausbreitung behindert. Sie sind weder brandfördernd noch kommt es zum brennenden Abtropfen oder Schmelzen.
Feuchteschutz
Feuchtigkeit ist der Katalysator für viele Schadensmechanismen. Problematisch ist, dass diese in flüssiger Form als Schlagregen, Spritz-, Oberflächen- oder Tauwasser auftreten kann. Viele Formen können auch parallel auftreten und sich überlagern. Schlagregendichte und die Abdichtung generell sind beim Holzbau besonders wichtig, da die Konstruktion so trocken wie möglich bleiben sollte.
Wärmeschutz
Ungedämmte Wände geben aufgrund des automatischen Temperaturausgleichs schneller Wärme ab. Ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) auf einer Außenwand kann diesen Wärmedurchgang deutlich reduzieren. Es erlaubt einen nahezu wärmebrückenfreien Aufbau und entkoppelt die Konstruktion von Temperaturschwankungen.
Schallschutz
WDVS können sehr positiv zur Verbesserung des Schallschutzes beitragen. Vor allem die hohe Rohdichte beschert Holzfaser-Dämmplatten deutlich bessere Schallschutzeigenschaften im Vergleich zu anderen Dämmsystemen.
Details und Anschlüsse
Diese stellen nötige Unterbrechungen in der thermischen Gebäudehülle dar und sind damit potenzielle Ursachen für Wärmeverlust oder das Eindringen von Wasser. Deshalb müssen diese mit besonderer Sorgfalt ausgeführt werden.
Sommerlicher Hitzeschutz
Im Vergleich zu anderen in WDVS eingesetzten Dämmstoffen besitzen Holzfaser-Dämmplatten eine relativ hohe Rohdichte (110–265 kg/m3). Diese höhere Masse bedeutet eine höhere Wärmespeicherfähigkeit. Dadurch dringt sommerliche Hitze nur sehr langsam in den Innenbereich.
Mechanische Widerstandsfähigkeit
Die mechanischen Eigenschaften von Holzfaser-Dämmplatten variieren je nach Hersteller und Produkt. Alle sind gegenüber üblichen Stößen resistent und erfüllen die Anforderungen europäischer Vorschriften.
Nachhaltigkeit
Bäume entlasten die Atmosphäre, indem sie CO2 aufnehmen und im Holz binden. Stirbt ein Baum ab, wird das Kohlendioxid wieder freigesetzt. Wird das Holz allerdings weiterverarbeitet und zum Beispiel verbaut, bleibt das CO2 gebunden. Holzbau verbessert so aktiv die CO2-Bilanz.
Diffusion
Wasserdampfmoleküle wandern zum Druckausgleich innerhalb eines Bauteils oder zwischen verschiedenen Luftschichten. Die Wasserdampfdiffusion erfolgt immer in Richtung der geringeren Konzentration. Ist eine Konstruktion diffusionsoffen genug, ist das Risiko einer Durchfeuchtung geringer, da Wohnfeuchte nach außen entweichen kann. Die Holzbauweise erlaubt diffusionsoffene Wände.
Algen und Pilze
Mikrobieller Befall hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Hierbei handelt es sich um Algen und Pilze, die vor allem auf hoch wärmedämmenden Fassaden auftreten können. Ursächlich ist das Oberflächenkondensat, das hauptsächlich an Nord- und Nordostfassaden in den späten Nacht- und frühen Morgenstunden auftritt. Hinzu kommen eine deutliche Zunahme an Sporen und anderen mikrobiellen Partikeln in der Außenluft sowie wachstumsfördernde Faktoren (zum Beispiel Ackerstäube) aus der Umwelt.
Sonneneinstrahlung
Die Einwirkung der Sonnenstrahlung verursacht auf der Fassadenoberfläche drei Probleme. Zum einen erwärmt sich die Putzoberfläche je nach Hellbezugswert im Extremfall auf bis zu 80 °C. Oberflächenspannungen und Risse im Putzsystem sind dann unvermeidbar, vor allem, wenn sich die Oberfläche zum Beispiel durch plötzlich einsetzenden Regen stark abkühlt. Zum anderen ist die UV-Strahlung zu nennen, die zu einem Abbau der Pigmente und somit zu einem Verlust der Farbtonstabilität führen kann. Außerdem drohen bei zu starker Sonneneinstrahlung unangenehm hohe Temperaturen in den Wohnräumen.
Untergründe
Im Außenbereich bestehen die Untergründe aus Holzfaser-Platten nach DIN EN 13171, die entweder im Trocken- oder Nassverfahren hergestellt werden. Sie werden auch als Putzträgerplatten bezeichnet, da sie den Untergrund für den Armierungsputz bilden.

Besonderheiten beim Holzbau im Innenbereich

Ursache und Wirkung

Wir verbringen 90 % unserer Lebenszeit in geschlossenen Räumen. Grund genug, um Wert auf ein angenehmes und gesundes Raumklima zu legen. Der Holzbau bietet alle Möglichkeiten, diesen Anforderungen im Innenbereich gerecht zu werden.

Bauphysik
Der durch Wohnfeuchte entstehende Wasserdampf diffundiert immer in Richtung der geringeren Konzentration, also meist nach außen (siehe "DIFFUSION"). Im ersten Schritt wandern die Wasserdampfmoleküle in die Oberfläche der Innenwand (Sorption). Materialien wie Holzfaser oder Kalkinnenputz können den Wasserdampf auch wieder zurück in den Raum abgeben (Desorption). Sie wirken damit feuchteregulierend und sorgen für ein gesundes Raumklima.
Untergründe
Im Inneren können Untergründe als Holzfaser-Putzträger oder Ausbauplatten vorliegen. Letztere gibt es in drei Material-Varianten: papierkaschierte Holzfaser, Gipskarton oder Gipsfaser. Variante und Ausführungsqualität bestimmen die weiteren Arbeitsschritte.
Optik/Haptik
Formen und Materialien, wie sie aussehen und sich anfühlen, beeinflussen entscheidend den Wohlfühlfaktor einer Einrichtung. Ist das Sitzmöbel ein Ledersessel oder ein Sofa aus Leinenstoff, besteht der Fußboden aus Granit, Laminat oder Teppich? Ist die Oberfläche der Innenwände verputzt? In welcher Struktur? Jeder Einrichtungsgegenstand und jede Fläche wird grundlegend anders empfunden und nimmt Einfluss auf die Behaglichkeit.
Luftströmung
Auch in geschlossenen Räumen herrscht durch Temperaturunterschiede (zum Beispiel Heizkörper vs. kältere Wandoberflächen) immer Luftströmung. Normalerweise wird diese nicht bemerkt. Übersteigt sie aber 0,2 m pro Sekunde, wird sie als störende Zugluft empfunden. Dies tritt zum Beispiel ein, wenn der Temperaturunterschied zwischen Raumluft und Wandoberfläche über 5 °C liegt.
Farben
Rund 90 % unserer Sinneseindrücke außerhalb des Haptischen werden visuell vermittelt. Farben begleiten uns ein Leben lang und sind in der Empfindungsskala von größter Bedeutung. Sie können sanft, anregend oder beruhigend wirken und haben damit großen Einfluss auf die Behaglichkeit.
Ökolabel
Wir haben uns dazu entschieden, unsere Produkte von unabhängiger Stelle in Prüf­labors auf Unbedenklichkeit testen zu lassen. TÜV NORD Der TÜV NORD prüft Baustoffe gezielt auf die Eignung für Allergiker. Die Anforderungskriterien liegen auf höchstem Niveau und unterliegen sehr strengen Grenzwerten, ohne deren Einhaltung kein Zertifikat verliehen wird. Die Prüfung ist für Hersteller freiwillig. IBR Das IBR testet Produkte auf ihre baubiologische Unbedenklichkeit und verleiht bei Bestehen das Prüfsiegel "Geprüft und empfohlen vom Institut für Baubiologie". Das IBR-Prüfsiegel ist urheberrechtlich geschützt, als Marke registriert und genießt in der Branche den Ruf eines aussagekräftigen Indikators für Unbedenklichkeit.
Allergien
In Deutschland leben rund 25 Millionen Allergiker, Tendenz steigend. Eine Allergie lässt sich meist nicht beseitigen, aber die Symptome lassen sich abmildern. Da bereits die kleinste Belastung des Raumklimas genügt, um eine Reaktion hervorzurufen, ist die Verträglichkeit für Allergiker das höchste Prüfkriterium für Wohngesundheit.
Emissionen
Jede Holzart verfügt über ihren eigenen Geruch. Bei der Holzbearbeitung und später im Wohnraum kann sich die Luft stärker mit Harz- und Säuregerüchen anreichern, vor allem bei luftdichter Bauweise. Deshalb kann es kurz nach Fertigstellung zu Richtwertüberschreitungen kommen. Auch Schadstoffe wie Formaldehyd können aus Möbeln, Baustoffen und Polsterungen ausdünsten und die Raumluft belasten. Kapillaraktive Kalkprodukte wirken hier entgegen. Ihre schadstoffreduzierende Wirkung wurde mehrfach nachgewiesen.
Schimmel
Neben Feuchtigkeit ist auch ein geringer pH-Wert eine der Hauptursachen für das Wachstum von Schimmelpilzen. Kalk-Innenputze und silikatische Innenfarben tragen aufgrund ihres langfristig hohen pH-Wertes zu einer schimmelfreien Umgebung bei.
Algen und Pilze
Die Temperatur gilt als wichtigste Einflussgröße auf die Behaglichkeit. Es wird unterschieden zwischen der Oberflächentemperatur von Wand, Boden und Decke, der Raumlufttemperatur und der gefühlten Temperatur. Letztere wird bestimmt durch den Wärmestrahlungsaustausch (Wärmeverlust) des menschlichen Körpers. Für verschiedene Räume werden verschiedene Temperaturen als angenehm empfunden, wobei meist Werte zwischen 20 und 22 °C als behaglich empfunden werden.
Luftfeuchte
Die relative Luftfeuchtigkeit hat Einfluss auf ein behagliches Raumklima. Sie gibt in Prozent das Verhältnis des momentanen Wasserdampfgehalts zum maximal möglichen Wasserdampfgehalt an. Für Wohnräume gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 65 % als angenehm. Bei kühleren Raumtemperaturen ist höhere Luftfeuchtigkeit erträglicher, in besonders warmen Bereichen wird sie dagegen als unbehaglich wahrgenommen.
Schall
Ein Mindestmaß an Schutz vor Geräuschen von außen und aus der Nachbarschaft ist Grundvoraussetzung für ein angenehmes Wohnen. Hinzu kommt der Wunsch nach Vertraulichkeit in den eigenen vier Wänden. Schallschutz ist damit ein entscheidendes Kriterium für die Qualität von Wohnräumen.

Wärmedämm-Verbundsysteme

SCHWENK bietet für den Holzbau zwei Wärmedämm-Verbundsysteme an:

SCHWENK NATURA

SCHWENK NATURA verzichtet komplett auf künstliche Baustoffe, denn die Dämmplatten bestehen ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen und das Putzsystem ist vollkommen mineralisch aufgebaut. Damit ist es prädestiniert für den Einsatz im Holzbau.

Systemaufbau

1) Wandkonstruktion
2) Holzfaser-Dämmplatte
3) SCHWENK Armierungsmörtel SK leicht
4) SCHWENK Armierungsgewebe M oder F
5) SCHWENK Oberputz mit Antrich

HYDROCON®-System

Das HYDROCON®-System wirkt auf natürlichem Weg gegen Algen und Pilze, denn das System verzichtet ganz auf Biozide und basiert auf einer modular und abgestimmten Technologie des kontrollierten und gesteuerten Feuchtemanagements funktionaler Oberflächen: Die mineralische Putzschicht nimmt die bei niedrigen Temperaturen entstehende Taufeuchte auf, speichert sie und gibt sie im späteren Tagesverlauf an der Umgebung zurück und trocknet ab. Die Fassadenoberfläche bleibt frei von Wasser, und Mikroorganismen wird der Lebensraum entzogen.

Systemaufbau
1) Wandkonstruktion
2) Holzfaser-Dämmplatte
3) Armierungsmörtel SK leicht
4) SCHWENK Armierungsgewebe M oder F
5) HYDROCON HFS, HSS, HRS Edelputze
6) HYDROCON HC 425 Fassadenfarbe

Broschüren

Broschüren