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Wallfahrtsort erstrahlt in neuem Glanz

Vézelay im französischen Burgund ist ein Anziehungspunkt für Pilger, Wallfahrer und Touristen. Foto: tubag

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Der kleine Wallfahrtsort Vézelay beherbergt eine der bestbesuchten Kirchen Frankreichs. Doch das beeindruckende Gebäude war an vielen Stellen nicht mehr besonders ansehnlich. In einer ersten Sanierungsphase wurden nun wichtige Schritte unternommen, um das Erscheinungsbild der über 850 Jahre alten Basilika wieder mit ihrer Bedeutung in Einklang zu bringen. Baustoffe mit tubag Trass halfen dabei die historische Stätte denkmalgerecht aufzubereiten.

Bildgalerie mit Download: bit.ly/basilika_vezelay

 

Das Dorf Vézelay im französischen Burgund ist aufgrund seiner malerischen Lage und seiner religiösen Bedeutung ein Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Die kleinen Sträßchen des Dorfes ziehen sich einen Hügel empor, auf dessen Spitze die Basilika Saint-Marie-Madeleine thront. Die romanische Kirche war im Hochmittelalter Anziehungspunkt für viele Adelige und Kirchenoberhäupter sowie im zwölften Jahrhundert Ausgangspunkt für zwei Kreuzzüge. Heute wird die Basilika von den Brüdern und Schwestern der „Gemeinschaften von Jerusalem“ betreut, einem Orden der sich in einigen großen Metropolen und Wallfahrtsorten angesiedelt hat. Sie kümmern sich auch um Führungen für die vielen Besucher aus aller Welt.

Bis in die Gegenwart spielt Vézelay eine bedeutende Rolle für christliche Gläubige. Der Ort bildet einen Haltepunkt auf einer der klassischen Pilgerrouten des Jakobswegs, die durch Frankreich bis ins spanische Santiago de Compostella führen. Gleichzeitig ist Vézelay mit der Basilika Sainte-Marie-Madeleine auch ein eigenständiger Wallfahrtsort. Laut christlicher Überlieferung beherbergt die Basilika schon seit dem 9. Jahrhundert die Reliquien von Maria Magdalena. Sie sei – so die Legende – nach dem Tode Jesu vor der Verfolgung durch die Juden von Judäa bis nach Südfrankreich geflohen. Ihre Gebeine sollen später bis nach Vézelay gelangt sein. Der Ort war zwar nicht der einzige in Frankreich, der diesen Anspruch erhob. Doch Vézelay gelang es, auf den Besitz der Reliquien einen Ruf als Wallfahrtsort zu begründen, der viele christliche Pilger nach Burgund führte.

Stabile Bausubstanz mit ästhetischen Mängeln
Im Inneren der Kirche fällt der Gegensatz zwischen dem dunklen Hauptschiff und dem helleren Chor auf. Die Kirche wurde in ihrem heutigen romanischen Erscheinungsbild im Jahr 1140 als Nachfolger eines älteren Gebäudes vollendet. Ein Brand in der Kirche erforderte einige Jahrzehnte später allerdings einen Neubau des Kirchenchores und des Querschiffs. Diese neuen Bereiche wurden bereits in einem frühgotischen Stil errichtet, der dem Chor zu einem deutlich lichteren Erscheinungsbild verhalf. Etwas später kamen dann der Südwestturm und die Westfassade hinzu. Im Inneren findet sich an den Säulen eine große Anzahl an Kapitellen, die mit hoher Kunstfertigkeit ausgeführt wurden. Sie dienten dazu, den Gläubigen biblische Geschichten zu veranschaulichen.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gingen die Reliquien im Zuge der protestantischen Bilderstürme verloren. Vézelay verlor an Bedeutung. Drei Jahrhunderte später war Saint-Marie-Madeleine baufällig und vom Abbruch bedroht. Doch der Architekt, Denkmalpfleger und Kunsthistoriker Eugène Viollet-le-Duc leitete mit der Sanierung der Basilika ab 1840 eine Restaurationsbewegung ein, die vielen historischen Kirchen, Schlössern und Befestigungsanlagen in Frankreich zu Gute kam. Und unversehens tauchten circa 30 Jahre später neue Reliquien der katholischen Heiligen in Vézelay auf und mit ihnen kehrten auch die Pilgerströme zurück.

Durch diese umfassenden Sanierungsarbeiten ist die Bausubstanz der Basilika heute in einem stabilen Zustand. Abplatzungen oder zerstörtes Mauerwerk stellen kein Problem dar und die Wände erfordern keine statische Ertüchtigung. Anders sieht es aus, wenn man das Augenmerk auf das ästhetische Erscheinungsbild des Gebäudes lenkt. Sowohl das Mauerwerk der Fassade als auch die Wände im Inneren waren sehr dunkel und unansehnlich und wiesen starke optische Beeinträchtigungen durch Salpeter- und Kalkablagerungen auf.

Um die Rolle der Basilika als Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt und für Pilger und Wallfahrer nicht zu gefährden, entschloss sich die Gemeinde Vézelay als Bauherr zusammen mit der Hilfe des französischen Kulturministeriums und weiteren Geldgebern das Erscheinungsbild aufzubessern.

Die erste und dringendste Phase dieser Sanierungsarbeiten wurde Anfang 2016 abgeschlossen. Diese Phase umfasste Ausbesserungen an der Außen- und Innenseite des Kirchenchores. Unter der Führung von Frédéric Didier vom Architekturbüro 2BDM Architecture & Patrimoine aus Paris wurden die erforderlichen Schritte geplant. Didier ist auf die Restaurierung von historischen Gebäuden spezialisiert und als „architecte en chef des monuments historiques“ explizit von staatlicher Seite für diese Aufgabe nominiert.

Sowohl innen als auch außen griff der Architekt dabei auf Baustoffe von tubag zurück, mit denen er schon bei anderen Projekten gute Erfahrungen gemacht hatte. Die Steinwände im Innenraum des Kirchenchores wurden gründlich gesäubert und bekamen einen neuen Putz, mit dem auch die Fugen abgedeckt wurden. Diesen Putz stellte das verarbeitende Unternehmen SNBR aus Saint Savine selber vor Ort her. Dazu ließ Bauleiter Jean Baptiste Theret verschiedene Sande aus der Region mit Kalk und einem Trassmehl von tubag vermischen. So entstand ein heller Putz, der an den Wänden im Chor bis hinauf zur Kuppel wieder für ein lichtes Erscheinungsbild sorgt.

Trass hemmt den Transport fleckenbildender Stoffe
Das Trassmehl übernimmt bei dieser Mischung eine wichtige Aufgabe. Der Trass verbessert die Verarbeitungseigenschaften des Putzes, gleichzeitig vermindert er insbesondere bei Natursteinen die Gefahr von Ausblühungen und Verfärbungen. Während der Putzmörtel abbindet, entsteht durch die Trassbeigabe ein außerordentlich dichtes Molekulargefüge, dass die Wasserführung innerhalb der Kapillaren stark einschränkt. Der Transport fleckenbildender Stoffe wird so weitgehend unterbunden, eine Wasserdampfdiffusion kann jedoch ungehindert stattfinden. Zudem bindet der trasshaltige Putz im Erhärtungsprozess freie Kalkbestandteile fest ein. Die Gefahr, dass Freikalk durch die verengte Kapillarstruktur mit dem Wasser an die Oberfläche gelangt und dort Ausblühungen bildet, wird erheblich reduziert.

Neues Pflaster für den Außenbereich
Während die Fassade des Kirchenchores lediglich gründlich gereinigt werden musste, entstand am Fuß der Wände  eine komplett neue Pflasterfläche von circa 800 m², die sich nun in einer Rundung an der östlichen Außenwand der Kirche entlang zieht. Dem Architekten gelang es, für dieses Projekt einen seit Jahren stillgelegten regionalen Steinbruch wieder öffnen zu lassen. Gefördert wurde ein beige/gelber Kalkstein, der von Farbe und Struktur zu den Natursteinen der Wände passt. Nach den Pflasterarbeiten an der Basilika wurde der Steinbruch wieder geschlossen.

Nachdem die Auswahl der Steine getroffen war, musste der Farbton für den Pflasterfugenmörtel abgestimmt werden. Als Material wurde hier der Pflasterfugenmörtel PFF von tubag verwendet. Für die Auswahl der passenden Farbe wurden einige Musterflächen angelegt. Die Entscheidung über den endgültigen Farbton oblag den ansässigen Ordensschwestern von der Gemeinschaft Jerusalems. Durchgesetzt hat sich schließlich ein Beigeton mit einer Anmutung, die die Schwestern als „zwischen nass und trocken“ liegend bezeichneten. Die Farbgebung wurde allein durch das Hinzufügen von entsprechenden Sanden erzielt, es wurden keine Farbpigmente benutzt.

Trass-Baustoffe sorgen für eine sichere Verbindung
Bedingt durch ihre Lage übernehmen die Pflastersteine in erster Linie eine ästhetische Funktion. Sie sind nicht für den Fahrzeugverkehr oder als Stellflächen vorgesehen, und auch die Wegführung für Fußgänger führt neben dem Pflaster entlang. Unter den Pflastersteinen liegen eine Kiesschicht und eine 10 -15 cm starke Schicht aus einem wasserdurchlässigen Bettungsmörtel, die mit dem tubag TCE Trass-Compound für Einkornmörtel hergestellt wurde. Für einen kraftschlüssigen Verbund der Steine mit dem Bettungsmörtel sorgt ein weiteres Trass-Produkt: die Trass-Naturstein-Haftschlämme tubag TNH-flex. Vor dem Verlegen wurden die Pflastersteine kurz mit der Unterseite in diese Haftschlämme getaucht. Auch hier sorgt die Trassbeigabe für einen Zusatznutzen, der über die Verbesserung des Haftverbundes hinausgeht. Sie schützt vor dem Durchwandern verfärbungsaktiver Substanzen aus dem Untergrund in die Natursteine.

Im letzten Schritt folgte dann schließlich das Einbringen des Pflasterfugenmörtels PFF. Dieser wird in Vakuum-Kunststoffbeuteln geliefert, die den fertig vorgemischten Mörtel luftdicht verschließen. Der Beutelinhalt wurde auf die gut vorgenässte Pflasterfläche geschüttet und mit reichlich Wasser in die Fugen eingeschlämmt. Die auf der Fläche verbleibenden Mörtelreste wurden dann mit einem weichen Besen diagonal zum Fugenverlauf abgekehrt und die Fläche sorgfältig gesäubert. Durch die „Easy Clean Technologie“  lassen sich die Steine einfach und rationell mit einem Besen und Wasser von Mörtelresten befreien. Das muss allerdings geschehen, bevor diese Mörtelreste erhärten, da sie sich nachträglich nur noch mechanisch entfernen lassen.

Die Haftschlämme von tubag wurde ganz unkonventionell noch für einen weiteren Zweck eingesetzt: Als Kleber für Kapitelle und Statuen. Die Basilika Saint-Marie-Madeleine ist auch für die vielen Kapitelle berühmt, die die Säulen im Kirchenschiff und im Kirchenchor zieren. An vielen von ihnen waren allerdings kleinere und größere Teile abgebrochen. Auch einige der menschengroßen Heiligenfiguren im Kirchenchor waren beschädigt.

Das verarbeitende Unternehmen SNBR besitzt einen Spezial-Roboter, der solche Teile auf Grundlage von Fotoaufnahmen neu erzeugen kann. Dafür wurden vergleichbare Stücke rundherum abfotografiert und die Daten in ein entsprechendes Software-Programm geladen. Dieses berechnete die erforderlichen Arbeitsschritte für den Roboter, um die Teile originalgetreu neu wieder herzustellen. Unter dem Gesichtspunkt der Denkmalpflege wäre es vermutlich passender gewesen, die fehlenden Teile von Steinmetzen nachbilden zu lassen. Aber der große Kostenunterschied beider Varianten ließ dann doch den Roboter zum Einsatz kommen. Um die fertigen Teile mit den Bruchstellen zu verbinden, nutzten die Fachhandwerker von SNBR die Haftschlämme von tubag. Die Arbeiten sind so sauber ausgeführt, dass die ersetzten Stellen kaum mehr ins Auge fallen.

Die Sanierung geht weiter
Der historisch bedingte Gegensatz zwischen dem dunklen Hauptschiff und dem hellen Kirchenchor tritt nach der Sanierung des Chores besonders deutlich zu Tage. Doch dieses starke Ungleichgewicht ist wohl nicht von Dauer. Die nächsten Schritte der Sanierung stehen nämlich schon auf dem Plan. In der zweiten Phase werden auch die Innenwände im Hauptschiff gereinigt und neu verputzt. In der dritten Phase sollen die bisher ausgesparten Fassaden der Basilika so aufgearbeitet werden, dass ihr Erscheinungsbild mit der Außenwand des Kirchenchores übereinstimmt. Besonders an der Nordseite sind die Steine in einigen Bereichen heute fast schwarz. Aber auch die Frontseite der Kirche mit den Eingangstoren und dem Kirchturm wird von dieser Wiederherstellungsmaßnahme profitieren. Und schließlich ist auch noch eine letzte Phase geplant, bei der der Platz vor der Basilika mit einem ähnlichen Pflaster versehen werden soll, wie die aktuell fertiggestellten Bereiche am Kirchenchor.

Die romanische Kirche und der Hügel von Vézelay zählen seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe und Saint-Marie-Madeleine ist heute eines der meistbesuchten Gotteshäuser Frankreichs. Die erste Sanierungsphase war ein wichtiger Schritt, damit die Basilika attraktiv genug bleibt, um auch in Zukunft Touristen, Pilger und Wallfahrer auf den Weg nach Vézelay zu führen.

Bautafel

Objekt:
Basilika  Sainte-Marie-Madeleine in Vézelay, Frankreich

Bauherr:
Gemeinde von Vézelay

Architekt / Planer:
Frédéric Didier, Architecte en chef du monuments historique
2BDM Architecture & Patrimoine, Paris
www.2bdm.fr

Ausführendes Unternehmen:
SNBR,  Saint Savine
www.snbr-stone.com

Pflasterfläche:

circa 800 m²

Eingesetzte tubag Baustoffe:

  • tubag TM Trassmehl
  • tubag TCE Trass-Compound für Einkornmörtel
  • tubag TNH-flex Trass-Naturstein-Haftschlämme flex
  • tubag PFF Pflasterfugenmörtel f

Baustoffproduzent:
tubag, quick-mix Gruppe GmbH & Co. KG,
www.tubag.de